Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven

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Inhalt: Vorhafen

Der Neue Vorhafen in Wilhelmshaven

Geschichte

Nach der vollständigen Zerstörung der Hafen- und Schleusenanlagen infolge des 2. Weltkrieges wurden im Jahr 1955 die ersten Überlegungen angestellt, Teile der Hafenanlagen für einen Wiederaufbau vorzusehen. Dabei wurde der Vorhafen der Schleuse von vorn herein als Stützpunkthafen für die zukünftige Bundesmarine ohne zivile Nutzung geplant. Nachdem die Entscheidung getroffen war, die nur im Bereich der Häupter zerstörte Seeschleuse wieder zu errichten, wurden auch für den Vorhafen konkrete Planungen in Angriff genommen.

Zunächst war es erforderlich, die zerstörte Ostmole wieder herzustellen. Hierzu wurden unter anderem die Trümmer der gesprengten Schleusenhäupter verwendet. Es folgte der Aufbau des westlichen Stromführungs- und Einfahrtsbauwerks sowie der Bau der insgesamt ca. 2,6 km langen Kajen aus schweren Spundwandprofilen. Zeitgleich wurde der Hafen zwischen 1959 und 1963 ausgebaggert. Die Baggermengen wurden seinerzeit für die Aufspülung des Rüstersieler Watts genutzt.

Als zusätzliche Liegeplätze für die Marineeinheiten wurden zunächst vier tidegängige Schwimmbrücken aus Stahlbetonpontons gebaut. Die offizielle Einweihung erfolgte am 1. März 1965. Vorher waren die bereits fertiggestellten Hafenteile schon auf Probe in Betrieb genommen worden.

Die wasserbaulichen Anlagen im Neuen Vorhafen werden vom Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven für die Marine unterhalten. Neben den Kajen aus Spundwandprofilen sowie den anschließenden Pflasterflächen gehören dazu die fünf tidegängigen Schwimmbrücken mit ihren Zufahrtsbrücken. Auch die erforderlichen Unterhaltungsbaggerungen im Vorhafen werden vom WSA durchgeführt. Weiterhin gehören die seeseitigen Molen des Stützpunktes, die Bestandteil des Landesschutzdeiches sind, zu den Unterhaltungsaufgeben des WSA.

Kajen

Die Kajen des Neuen Vorhafens bestehen aus schweren Spundwandprofilen und einer rückwärtigen Betonbrockenschüttung. Sie sind mit Sand verfüllt. Im Bereich der Versorgungskaje ist ein Stahlbetonüberbau auf einer Pfahlgründung vorhanden.

Die Kajenoberkante liegt auf NN+4,20 m, die Hafensohle vor den Spundwänden auf NN-10,65 m bzw. NN - 12,25 m im Bereich der Versorgungskaje.

Schwimmbrücken

Bei der Errichtung des Neuen Vorhafens wurden zunächst vier tidegängige Schwimmbrücken errichtet, die Tirpitz-Brücke und die Scharnhorst-Brücke an der Westkaje sowie die Graf-Spee-Brücke und die Scheer-Brücke an der Ostkaje. Um den gestiegenen Anforderungen der Marine nach Liegeplätzen gerecht zu werden, wurde 1983/84 die Wilhelm-Krüger-Brücke als zusätzliche Schwimmbrücke an der Ostmole in Betrieb genommen.

Seeschleuse

Einheben einer Zugangsbrücke nach der Instandsetzung

Scharnhörn-Brücke

Scharnhorst-Brücke an der Westkaje

Alle Brücken bestehen aus mehreren, an Dalben geführten Schwimmpontons aus Stahlbeton. Die Pontons sind jeweils 50m lang und 10m breit und wiegen 1000 to. Die Zufahrt zu den Pontons erfolgt über stählerne Zugangsbrücken, die gelenkig gelagert sind, damit die tidebedingten Höhenänderungen abgefangen werden können.